Baumharz-Gewinnung

In unserer Region um den Schneeberg war die Pecherei, die Gewinnung von Baumharz, eine der wichtigsten Einnahmequellen der Bauern. Die Pecherei ist bei uns seit dem Mittelalter direkt oder indirekt belegt, beispielsweise über Flurnamen. Besonders von Kaiserin Maria Theresia wurde das Anpflanzen von Föhren im 18. Jahrhundert gefördert. Die Schwarzföhre ist von allen einheimischen Nadelholzarten die harzreichste. Nach der Einführung von billigen Kunststoffen gibt es heute nur noch einige wenige Pecher – das Handwerk ist fast ausgestorben. Die Pecherei in Niederösterreich wurde 2011 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

 

Nachdem wir das Schwarzföhrenharz in unseren Räucherkegeln verwenden begannen wir auch in unserem Wald die Bäume anzupechen. Die handwerklichen Fähigkeiten lernten wir dabei von Bernhard Kaiser, einem der letzten Pecher im Piestingtal. Wir arbeiten mit den ursprünglichen Werkzeugen und nach überliefertem Wissen.

Nach dem „Fürhacken“ im Frühjahr müssen wir unsere Bäume jede Woche mindestens einmal aufsuchen, um mit dem Hobel den Harzfluss aufrecht zu erhalten. Der Stamm des Baumes wird dabei oberflächlich verwundet, um so den Harzfluss künstlich anzuregen. Das Harz wird in Pechhäferln gesammelt.

 

Gepechte Bäume wachsen langsamer, aber sie scheinen widerstandsfähiger als ungepechte Bäume zu sein, z.B. gegen Borkenkäfer, die heute die  Bestände von Nadelbäumen in unserer Region bedrohen.

Mehr Informationen über das Handwerk der Pecherei findet man auf den Seiten des Vereins „Die KEAföhrenen“. Dort findet man auch weitere Produkte aus Baumpech, wie z.B. den „Alpengummi„; den ersten natürlich erzeugten Kaugummi der Alpen.