Baumharz-Gewinnung

In unserer Region um den Schneeberg war die Pecherei, die Gewinnung von Baumharz, eine der wichtigsten Einnahmequellen der Bauern. Die Pecherei ist bei uns seit dem Mittelalter direkt oder indirekt belegt, beispielsweise über Flurnamen. Besonders von Kaiserin Maria Theresia wurde das Anpflanzen von Föhren im 18. Jahrhundert gefördert. Die Schwarzföhre ist von allen einheimischen Nadelholzarten die harzreichste. Nach der Einführung von billigen Kunststoffen gibt es heute nur noch einige wenige Pecher – das Handwerk ist fast ausgestorben. Die Pecherei in Niederösterreich wurde 2011 in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der österreichischen UNESCO Kommission aufgenommen.

 

Nachdem wir das Schwarzföhrenharz in unseren Räucherkegeln verwenden begann Florian 2020 auch in unserem Wald die Bäume anzupechen.

Nach dem „Fürhacken“ im Frühjahr müssen wir unsere Bäume jede Woche mindestens einmal aufsuchen, um mit dem Hobel den Harzfluss aufrecht zu erhalten. Der Stamm des Baumes wird dabei oberflächlich verwundet, um so den Harzfluss künstlich anzuregen. Das Harz wird in Pechhäferln gesammelt.

Die alten handwerklichen Fähigkeiten lernte er dabei von Bernhard Kaiser, einem der letzten Pecher im Piestingtal und von Gerhold Wöhrer aus Hölles (Bild). 2022 hat Gerhold Wöhrer Florian die Pecherwerkzeuge seine Familie übergeben, damit das alte Handwerk weitergeführt werden kann. Wenn sie nicht verwendet werden kann man die Werkzeuge bei uns im Blockhaus anschauen – als besondere Rarität gibt es hier ein „Mondhackl“.

Gepechte Bäume wachsen langsamer, aber sie scheinen widerstandsfähiger als ungepechte Bäume zu sein, z.B. gegen Borkenkäfer, die heute die  Bestände von Nadelbäumen in unserer Region bedrohen.

Mehr Informationen über das Handwerk der Pecherei findet man auf den Seiten des Vereins „Die KEAföhrenen“.